Bei einer Autokamera handelt es sich um eine Digitalkamera, welche speziell für den Einsatz in Fahrzeugen konzipiert wurde. Viele Modelle tragen als erweiterte Bezeichnung den Begriff „BlackBox“ oder „Car Black Box“ was an den Fahrtenschreiber eines Flugzeuges erinnert. Dieser gibt, meist nach einem Unfall, Aufschluss über die Entstehungsgeschichte. Eine Auto Kamera folgt dem selben Konzept, denn sie soll strittige Fahrmanöver festhalten und bei der späteren Aufklärung behilflich sein. Die meisten Modelle sind mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, welche eine Aufzeichnung des Videomaterials ab eines bestimmten Erfassungspunkt ermöglicht. Kommt es zu besonders kritischen Fahrmanövern, wie einer ruckartigen Verzögerung oder einer abrupten Lenkbewegung, registriert dies ein Bewegungssensor und die Fahrzeugkamera startet Ihre Aufnahme. Damit die Ursache ebenfalls dokumentiert wird, findet ein Überlagerung statt. Hierfür zeichnet die Kamera permanent auf. Sobald sich ein Sensor aktiviert und das Videomaterial abspeichert, wird der Film um mehrere Sekunden aus dem internen Speicher erweitert.

Manuelle Auslösung

Anspruchsvolle Modelle verfügen über ein GPS-Modul. Dadurch werden spezifische Daten, wie Geschwindigkeit, Position, Datum und Zeit ebenfalls gesichert.

Autokamera als Videobeweis

Ein aufgezeichnetes Video kann vor Gericht als Beweis fungieren, da es zumeist im Ermessen des Richters liegt, ob der Film als Beweis anerkannt wird. Solange keine Personen/ Kennzeichen erkennbar sind oder ohne Einwilligung veröffentlicht werden, dürfen solche Filmaufnahmen aufgezeichnet werden. Dennoch handelt es sich bei einer Fahrzeug-Kamera nicht um einen Unfalldatenspeicher (UDS-Erklärung bei Wikipedia) im herkömmlichen Sinn. Solche Geräte kosten allerdings mindestens 700 Euro.

Tipp: Autos mit Airbagsystemen halten in im internen Speicher der Auslöseelektronik ebenfalls verschiedene Daten fest (Bsp.: Aufprallbeschleunigungen, Auslösezeiten, Gurtschlosszustände, Sitzpositionen). Je nach Hersteller unterscheidet sich allerdings der Datenumfang sowie die aufgezeichnete Zeitspanne. Oftmals beträgt diese lediglich 100 Millisekunden.

Im Vergleich zu einem UDS-System können bei Videolösungen verschiedene Daten ausgeblendet werden. Nicht immer ist die Weitergabe der eigenen Geschwindigkeit von Vorteil.


Tipp: Sehr interessanter Artikel über die private Videoaufzeichnung und das Datenschutzrecht. (Datenschutzzentrum.de)

Autoblackbox und niedrigere Versicherungsprämien

Bereits 2008 startete in Brandenburg ein Pilotprojekt (Spiegel.de vom 10.12.2008) indem jugendliche Fahrer niedrigere Versicherungsprämien zahlen, wenn sie sich für eine BlackBox im Auto entscheiden. Sicherlich lohnt es sich also auch bei seiner Versicherung vorstellig zu werden, um einen etwaigen Rabatt auszuhandeln. Wenn der Videobeweis vor Gericht nicht zulässig ist, so kann er allerdings bei der Ermittlung der neuen Versicherungsprämien behilflich sein.

Möglichkeiten von Autokameras

Einfache Autokameras verfügen lediglich über eine Frontkamera. Manche sind zusätzlich mit einem LC-Display ausgestattet. So können Videos direkt betrachtet werden. Bei hochpreisigen Geräten, kann man meist weitere Kameras (Bsp.: Visiondrive VD-7000W) anschließen. Das erlaubt beispielsweise die Überwachung des hintere Fahrzeugbereich. Ebenso lässt sich eine Innenraumüberwachung realisieren.

Einsatzgebiete von Autokameras

Eine Auto-Kamera ist für jeden Fahrer, der seine Wegstrecke aufzeichnen möchte - aus welchem Grund auch immer - geeignet. Ob als Gedächtnisstütze oder Beweissicherung nach einem Unfall, zur Aufzeichnung der Wegstrecke – weil diese besonders schön (Urlaubsfahrt) oder besonders spannend (Rallye oder ähnliches) ist, oder als privater Beweis bei strittigen Fahrmanövern (Drängeln, Überholen, Beschimpfungen). Mit einer Autokamera sitzt man nie mehr alleine in seinem Fahrzeug.