Wer einen GPS Tracker ohne SIM-Karte sucht, der möchte zumeist die Betriebskosten senken. Eine Mobilfunkkarte kostet nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Betrieb. Wir möchten Ihnen die Hintergründe erklären und zeigen, welche Möglichkeiten es gibt Dinge zu orten, ohne eine SIM-Karte zu nutzen.

GPS Tracker ohne SIM

Folgende fünf Möglichkeiten sind uns bekannt:
  1. Satellitentracker
  2. Peilsender
  3. GPS Logger
  4. Bluetooth Tracker
  5. Alternative Funkstandards

Für spezielle Anforderungen existieren Tracker die ohne SIM Karte funktionieren. Für die meisten Anwendungszwecke dürfte allerdings ein GPS Tracker die allgemeingültigere Wahlsein.

Folgend finden Sie die spezifischen Eigenheiten der einzelnen Techniken.

Wie ist der Ablauf einer Ortung?

Zwei Kanäle sind notwendig: Positionsbestimmung (meist über GPS, seltener über Glonass), Rückkanal (meist über das Mobilfunknetz). Die Ermittlung des Standorts über GPS ist kostenlos!

Die oft als GPS Sender bekannten Geräte nutzen das Signal vorhandener GPS Satelliten und den Kommunikationsweg des GSM/GPRS Netzes.

Funktionsweise des Trackings: Tracker sammelt via Satelliten Daten, übermittelt diese an Ortungsportal

1. Schritt:Der Empfänger im Gerät ermittelt seine derzeitige Position über ein GPS-Signal. Das Gerät weiß nun, wo es sich befindet.

2. Schritt: Damit Sie aus der Ferne erfahren, wo sich der zu überwachende Tracker aufhält, müssen Daten gesendet werden. Dieser Sendeprozess läuft zumeist via GPRS (mobiles Internet) oder mittels GSM ab.

3. Schritt: Sie betrachten die übermittelten Positionen auf einem geeigneten Endgerät.

Für den zweiten Schritt, die Übermittlung der Positionen, wird eine SIM-Karte benötigt. Wenn Sie die Ortsangaben über ein Portal gerufen, genügt eine Mobilfunkkarte mit Datenvolumen. Mit dieser Karte können also keine Telefongespräche geführt oder eine SMS gesendet werden. Für diese Aet der Übertragung muss die SIM GSM fähig sein. Dann erhalten Sie die Positionen direkt auf ihr Telefon.

Alternative Übermittlungswege

Damit keine Mobilfunkkosten entstehen wird ein anderer Übertragungsweg benötigt, wie Sie an den Standort des Geräts gelangen.

Satellitentracker

Hierbei wird die Mobilfunkverbindung durch eine Satellitenverbindung ersetzt. Somit entfällt der Einsatz einer herkömmlichen Mobilfunkkarte. Allerdings benötigen Sie eine Karte die Satellitenverbindungen unterstützt. Ein Satellitentracker kann die aufgezeichneten Koordinaten aus den entlegendsten Regionen unserer Erde senden, was allerdings ebenfalls mit Kosten verbunden ist. Benötigt eine alternative Sendemethode, die Kosten sind meist höher. Werden häufig zur Güter- und Containerortung verwendet.

GPS-Logger

Ein solches Gerät zeichnet lediglich die Positionen auf, überträgt diese allerdings nicht in Echtzeit. Ein GPS-Logger benötigt daher keine SIM Karte, da er die Daten nur manuell freigibt. Hierfür ist ein kurzer Kommunikationsweg, beispielsweise USB-Kabel oder eine Blutooth-Verbindung, notwendig. Funktioniert ohne SIM aber ermöglicht kein Livetracking.

Was ist der Unterschied zwischen Trackern und Loggern?

Ein GPS Logger empfängt GPS Positionsdaten und speichert diese automatisch ab. Manchmal werden diese Geräte auch als GNSS-Logger bezeichnet.

GNSS
Global Navigation Satellite System
to log
englisch für aufzeichnen
GPS
Global Positioning System

Zum Auswerten müssen die Positionsdaten zunächst auf einen Computer überspielt werden. Der Logger stellt somit lediglich ein Empfangsgerät dar. Aus den gespeicherten Daten können Strecken- und Höhenangaben aber auch Bewegungsdaten und Geschwindigkeiten analysiert werden.

Ein GPS-Tracker sendet die Ortsangaben zusätzlich automatisch an einen weiterverarbeitenden Server/Computer.

  GPS Logger GPS Tracker
Eigenschaften Speichert die GPS-Koordinaten auf dem (internen) Speicher des Geräts ab Sendet die GPS-Position des Trägers an ein Empfangsgerät. (SMS, Portal)
Nutzung Zur Aufzeichnung von geografischen Positionen (Bsp.: Wandertouren und ähnlichen Aktivitäten, Geo-Tagging von Fotos) Zusätzlich Live-Ortung (Bsp.: hilfsbedürftige Personen, Tiere oder wertvolle Gegenstände)

Der Haupteinsatzzweck von Loggern lag früher darin, Fotos mit Orten zu verknüpfen, also das klassische Geotagging. Mittlerweile verfügen viele Kameramodelle selbst über ein GPS-Emfangsmodul, wodurch dieser Einsatzzweck hinfällig geworden ist.

Uns ist keine Funktion bekannt, die ein Logger besser kann. Deshalb werden die Worte "Logger" und "Tracker" oft synonym verwendet.

Möchte man dennoch spezifische Vor- und Nachteile herausstellen, dann sind dies am ehesten die folgenden.

  Logger Tracker
Vorteile
  • ggf. lange Akkulaufzeit
  • ggf. sehr klein
  • Speicher erweiterbar
  • Echtzeit Übertragung
  • Anrufe und SMS möglich
  • Sofortige Auswertung der übertragenen Daten möglich
Nachteile
  • Keine Echtzeit Übertragung
  • Zur Übertragung der Daten meist eine Software notwendig
  • Keine Anrufe oder SMS möglich
  • Benötigt im direkten Vergleich eine etwas höhere Akku-Kapazität
  • Im Vergleich ggf. etwas größer
  • SIM-Karte benötigt

Peilsender

Peilsender sind eng verwandt mit Loggern, bestehen aber immer aus zwei Geräten: Dem Sender und einem Empfangsgerät. Die Funktionsweise erinnert an das Kinderspiel "Kalt- oder Heiß", denn je näher Sie mit dem Handgerät dem Sender kommen, desto größer ist der visuelle und akkustische Ausschlag. Pfeil: kalt/warm Damit Sie erkennen in welcher Richtung das Signal stärker wird, sollten Sie einen großen Kreis laufen. Da das GPS-Modul fehlt, sind Peilsender zumeist kleiner und leichter als ein Gerät mit GPS-Modul, wodurch sie häufig zur Tier-Ortung eingesetzt werden. Der Akku wird bei gleicher Kapazität weniger stark beansprucht, als bei einem GPS Ortungsgerät. Die Laufzeit beträgt meist mehrere Monate. Die Reichweite variiert je nach Modell und liegt bei etwa 100 bis 200 Metern. Die Funksignale können Wände durchdringen, wodurch eine Ortung im Haus möglich ist. Nicht so komfortabel wie eine GPS-Variante aber durch seine geringe Größe/Gewicht und der Indoor-Ortung besonders zum Aufspüren von Personen oder des Haustieres (Hund/Katze) geeignet.

Bluetooth Tracker

Ein Peilsender der via Bluetooth sendet, wird ab und an als Bluetooth-Tracker bezeichnet. Hier fungiert häufig das Mobiltelefon als Handstück. Geeignet sind diese Modelle allerdings selten als Diebstahlschutz sondern vielmehr als "Schlüsselfinder". Auch wer häufig seine Geldbörse im Haus oder Büro liegen lässt, kann sich über einen Bluetooth-Finder freuen. Einige Anbieter versuchen die geringe Reichweite des Funkstandards via "Crowd", also der Masse an Menschen, auszugleichen. Dabei fungieren alle Nutzer als Empfangsverstärker. Befindet sich ein anderes Mobiltelefon in der Nähe des vermissten Gegenstandes, dann wird der Eigentümer benachrichtigt. Allerdings bedingt die Idee eine hohe Anzahl von Teilnehmern. Solche Tracker können den Schlüssel via Bluetooth finden. Als Diebstahlschutz eines Fahrzeugs sind sie ungeeignet.

Alternative Funknetzwerke

Einige Telekommunikationsunternehmen errichten "private" Funknetzwerke. Solche Tracker werden häufig mit dem Zusatz "ohne SIM-Karte" vermarktet. In der Tat wird keine herkömmliche Karte eingesteckt aber Funksignale werden dennoch übertragen. In diesem Fall über das eigene Netz. Streng genommen ist ebenfalls ein Funkmodul verbaut, welches sich nicht austauschen lässt. Der Kunde bindet sich beim Kauf an den jeweiligen Hersteller (Bsp.: Sigfox oder LoRaWAN). Keine SIM suggeriert keine Kosten, was durch die Anmeldung beim jeweiligen Netzbetreiber ad absurdum geführt wird.