Was ist geschehen? In der vergangenen Woche mussten wir bei einem spanischen Amazon-Händler ein von uns erstelltes Bild entdecken. Der Händler Yatek vertreibt unterschiedliche Elektro-Produkte. So auch einen Personentracker mit dem Namen TL-206. Im Amazon-Shop wird dieser gar als Yatek TL-206 bezeichnet.


Unser Bild bei Yatek auf Amazon

Das identische Produkt verkaufen wir seit einigen Jahren ebenfalls. Natürlich mit eigens fotografierten Bildern.


Ablauf unserer Produkteinführung

Zu Beginn einer Produkteinführung bestellen wir zumeist nur drei bis zehn Geräte. Diese werden getestet und in unserem Fotozelt abgelichtet. Wenn wir diese für gut befinden, dann nehmen wir die Produkte in unser Sortiment auf und gestalten die Unterseiten entsprechend.

Eine Fotosession bei TiProNet

Als erstes Bild zeigen wir dem Kunden meist lediglich das Produkt. Kein Hintergrund, keine Gegenstände sollen ablenken. Also einen "freigestellten" Tracker vor weißem Hintergrund. Auf anderen Bildern zeigen wir die Geräte im Einsatz sowie weiteres Zubehör. Der Vorteil von selbst erstellten Bildern ist, dass wir so auf Kundenwünsche und Fragen eingehen können. Eine solche Fotosession ist mit Arbeit verbunden, die wir gerne machen. Wird diese Arbeit allerdings nicht gewürdigt, dann bin ich sauer. Aus meinem Empfinden zurecht, denn wir machen uns Arbeit für unsere Kunden und andere profitieren davon. Ohne zu fragen, ohne eine Gegenleistung. Einfach aus ... (erneut um weitere Wörter ergänzen).

Woher wissen wir, dass es unser Bild ist?

Geklaute Bilder lassen sich auf mehrere Arten prüfen:

In unserem Fall liefert allerdings lediglich die Bildersuche von Google verwendbare Ergebnisse. Diesen Test haben wir erst nachdem wir das Bild bereits kannten durchgeführt. Einem Mitarbeiter ist der Missstand aufgefallen.

Google Bildersuche zu Begriff: TL206

Gerade solche Produktbilder sehen austauschbar aus. Aufgrund eines Missgeschicks erkennen wir allerdings, dass es unser GPS Tracker ist. Wie erwähnt, testen wir die Produkte ausgiebig, bevor wir diese an unsere Kunden verkaufen. In dem Fall musste der Personentracker auch geladen werden. Dabei haben wir den Bereich um die USB-Buchse leicht verkratzt. Dieser Kratzer ist sehr charakteristisch geschwungen und auf den anderen Bildern ebenfalls zu entdecken. Weitere Informationen zum Recht am Bild auf der gleichnamigen Webseite: www.rechtambild.de.

Das Original, unbearbeitete Bild des TL206

Passend hierzu ist ein Fall des AG Düsseldorfs (AZ 57C14613/08) in welchem die Urheberschaft dem Fotografen zugesprochen wird, wenn er die "Original-Negative" vorlegen kann. Vereinfacht wird die Entscheidung, wenn das einzelne Foto aus einer Foto-Serie stammt. Wir haben zwar keine Negative der Fotos, da wir digital fotografieren ;), aber weitere Fotos unseres Shootings. Durch diese Suche sind uns weitere Webseiten aufgefallen, die das Bild verwenden. Dieses beziehen Sie scheinbar über die Firma Yatek. Genau an dieser Stelle liegen natürlich unsere Bauchschmerzen. Yatek möchte über Amazon verkaufen und positioniert sich als Händler. Via Amazon wird unser Bild in die Welt hinausgetragen aber nicht wir beworben. Am Ende weiß der Kunde noch nicht einmal, ob die Firma jemals ein solches Gerät besessen hat oder nur Drop-Shipping betreibt. Noch erstaunlicher wird es, wenn andere Webseiten das Bild verwenden, allerdings selbst ein Wasserzeichen darüber legen. Somit behaupten, dass es sich um ihr eigenes Bild handelt.

Bild unseres TL206 mit Wasserzeichen

Was machen, wenn der Bilderklau bemerkt wird?

  1. In erster Linie möchten wir andere Händler anhalten, selbst die Verwendung ihrer Bilder zu prüfen.
  2. Im zweiten Schritt werden wir uns an Amazon wenden, denn auf der Plattform taucht das Bild auf. Daher ist unserer Meinung nach auch Amazon für die Verwendung verantwortlich.
  3. Wenn dies nicht hilft werden wir versuchen uns an Yatek selbst zu wenden, allerdings könnte dies komplizierter werden. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Kontaktmöglichkeiten entdeckt.

Amazon kontaktieren

Am 8. Juli haben wir Amazon via E-Mail kontaktiert. Wir haben gefragt, wer dafür zuständig ist und ob uns die Plattform unterstützen kann. Nun warten wir auf eine Antwort.

Amazon-Händler kontaktiert

Den Händler "Electropolis_Online" der das Produkt von Yatek vertreibt haben wir über seine Kontaktseite angeschrieben. Er solle bitte einen Copyright-Vermerk notieren. Dann ist die Verwendung für uns okay. Kurze Zeit später haben wir eine Antwort erhalten:
Gerne möchte ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen aber leider konnten wir unter der E-Mail-Adresse, von der Sie schreiben, kein Kundenkonto in unserer Datenbank finden. Aus Datenschutzgründen können wir nur dann Änderungen an Ihrem Konto vornehmen oder Informationen, die Ihr Kundenkonto betreffen.
Wir möchten aber doch keine Änderungen vornehmen, sondern eine Auskunft erhalten. Scheinbar wurde unsere E-Mail gar nicht gelesen, sondern lediglich der erste Prozessschritt: Abgleich-E-Mail-Adresse angewandt.
Bitte eröffnen Sie einen neuen Fall von der entsprechenden Emailadresse, die in Ihrem Verkäuferkonto enthalten ist. In dem neuen Fall können Sie uns Ihr Anliegen erneut schildern, das wir gerne für Sie klären möchten. Vielen Dank für Ihr Verständnis für unsere Sicherheitsmaßnahmen und die Zusammenarbeit.
Wir müssen also Verkäufer werden, um eine Antwort zu erhalten? Am besten direkt ein Produkt mit Bild anlegen ;) Wir haben somit heute Amazon erneut via E-Mail kontaktiert!

Amazon Verkäuferservice kontaktieren

Da uns mitgeteilt wurde, dass wir den Verkäuferservice von Amazon kontaktieren müssen, haben wir einen Link zur Kontaktseite erhalten: https://sellercentral-europe.amazon.com/gp/help/contact.html?language=de_DE Somit können wir - anscheinend- ohne eigenes Konto eine Antwort erhalten.

Warum wir nicht abmahnen und eine Lizenzgebühr verlangen?

Dieser Weg bleibt immer noch. Warum sollte man immer mit der großen Keule schwingen? Fehler können passieren und ein Gespräch im Vorhinein hat in den seltensten Fällen geschadet.

Wir werden diesen Artikel weiter dafür nutzen unseren Weg zu beschreiben. Fragen können Sie via Kommentar (presse@tipronet.net) stellen.