Nach einem Unfall zählt keine Meinung – sondern Material. Wenn Aussage gegen Aussage steht, entscheidet oft, ob Du einen klaren Videobeleg mit Zeit, Ort und Ereignisablauf hast.
Dein Ziel: Du willst Beweissicherung, die im Alltag leise läuft – und im Ernstfall sofort abrufbar ist.
Ergebnis: Ein Setup aus Kamera, Ereignislogik und Prozess, damit Video nicht „irgendwo auf einer SD-Karte“ verschwindet, sondern als Vorfall sauber bearbeitet werden kann.
Beweissicherung ist nicht „Dashcam kaufen“ – es ist ein Ablauf
Viele Dashcams scheitern in der Praxis nicht an der Bildqualität, sondern an den Basics: Karte voll, Datei überschrieben, Datum falsch, Zugriff nicht geregelt, keiner weiß, wer es sichern soll.
Wenn Du Beweissicherung ernst meinst, brauchst Du drei Dinge:
- Ereignisschutz: Unfall-/Erschütterungsereignisse werden automatisch markiert und nicht überschrieben.
- Kontext: Zeitstempel, optional GPS/Speed-Overlay (je nach Policy) und klare Zuordnung zum Fahrzeug.
- Prozess: Wer zieht das Video? Wie wird es dokumentiert? Wie stellst Du sicher, dass nichts „verloren“ geht?
Typische Szenarien
- Unfall im Stadtverkehr: Aussage gegen Aussage
- Auffahrunfall: Brems-/Abstandsfrage
- Spurwechsel/Abbiegen: Wer war wann wo?
- Parkrempler/Flucht: Ereignis passiert ohne Fahrer im Fahrzeug
- Betrug/Manipulation: „Unfallszenario“ wird konstruiert
Anforderungen an „brauchbares“ Videomaterial
- Stabile Aufnahmequalität bei Tag/Nacht (Kennzeichen, Lichtwechsel)
- Ereignisdateien geschützt (Lock) statt endlos überschrieben
- Einfacher Zugriff (definierter Prozess, nicht „mal schauen“)
- Flottenstandard (gleiches Profil, gleiche Bedienung, gleiche Ablage)
- Datenschutz-Policy (Zweck, Zugriff, Aufbewahrung – klar geregelt)
Vorgehen: Beweissicherung als Standard etablieren
- Vorfall-Definition: Welche Ereignisse gelten als „kritisch“ (Unfall, harte Bremsung, Stoß, Airbag, manuelle Taste)?
- Event-Clip-Länge festlegen: genug Vorlauf + Nachlauf, damit der Ablauf sichtbar ist.
- Zugriffsweg definieren: Wer zieht Clips? Wo werden sie abgelegt? Wie wird der Vorgang dokumentiert?
- Aufbewahrung regeln: kurz und zweckgebunden, nur Vorfälle länger (je nach interner Policy/DSB).
- Testplan: 5 realistische Tests (Tag/Nacht, Regen, Gegenlicht, Stoßereignis, Zugriff/Export).
- Rollout: Standardprofil + Installationscheckliste + kurze Fahrerinfo.
Stolperfallen, die Beweissicherung wertlos machen
- „Ist bestimmt drauf“: ohne Testplan ist das Wunschdenken. Beweise müssen getestet werden.
- Kein Ereignisschutz: Wenn Vorfallclips überschrieben werden, war die Investition praktisch umsonst.
- Kein Zuständiger: Wenn niemand Owner ist, wird Video zu spät gezogen oder gar nicht.
- Uneinheitliche Geräte: fünf Modelle, fünf Apps, fünf Probleme. Standardisierung spart später massiv Zeit.
Entscheidungshilfe: Wenn Du nur eine Sache richtig machen willst: Event-Schutz + Zugriff/Prozess. 4K bringt wenig, wenn niemand den Clip sauber sichern kann.
Kuratierten Geräte für Beweissicherung
Für Beweissicherung zählen stabile Ereignisclips, verlässlicher Speicherbetrieb und ein sauberer Exportweg. Wir setzen hier auf Geräte, die im Flottenalltag nicht „zickig“ sind.
So wählen wir das passende Gerät aus
- Strom: Dauerstrom vs. Batterie – was ist realistisch im Alltag?
- Ereignisse: Welche Alarme sind wirklich kritisch (und welche nur „nice to have“)?
- Montage: Empfang + Manipulationsschutz – wo hält das Setup wirklich stand?
- Betrieb: Zuständigkeiten, Eskalation, Testplan – wer macht was, wenn etwas passiert?
Vom Clip zum Vorfall: So wird Video im Betrieb nutzbar
Der Unterschied zwischen „Dashcam vorhanden“ und „Beweissicherung funktioniert“ ist der Prozess: Vorfall markieren, Clip sichern, Ablage, kurzer Kommentar, fertig. Ohne diesen Ablauf wird Video im Alltag zu selten gezogen – und im Ernstfall ist es zu spät.
Weiterführend:
Beweissicherung als Flottenstandard aufsetzen
Du bekommst ein Setup, das im Alltag ruhig bleibt und im Vorfall funktioniert: Geräteauswahl, Standardprofil, Zugriff/Export und eine klare Zuständigkeit.
Was wir von Dir brauchen
- Anzahl Fahrzeuge + Einsatzprofil (Service, Logistik, Vermietung, Bau)
- Front/Rear ja/nein und ob Parkereignisse relevant sind
- Wie Clips heute gesichert werden (oder ob es gar keinen Prozess gibt)
- Wer Owner für Vorfälle ist (Fuhrpark/Dispo/Backoffice)
- Ob Einbau durch Dich oder als Service erfolgen soll